Zu Beginn gab Etris Hashemi einen Einblick in seinen Lebensweg und sein Engagement. Er berichtete von den Ereignissen rund um den rassistischen Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020, den er schwer verletzt überlebte und bei dem er seinen Bruder und enge Freunde verlor. Besonders eindrücklich war seine Motivation für die Initiative 19. Februar, deren Ziele und Arbeit er verständlich und nah an der Lebenswelt der Jugendlichen erklärte.
Im zweiten Teil stand das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt. Die Fragen zeigten sowohl persönliche Neugier als auch ein ernsthaftes Interesse an gesellschaftlichen Themen. Neben lebensnahen Fragen wie „Ronaldo oder Messi?“ oder „Spielst du noch Fußball?“ beschäftigten sich viele Beiträge mit den Ereignissen von Hanau und deren Folgen. So fragten die Schülerinnen und Schüler beispielsweise, was den Anschlag hätte verhindern können, wie sich der Alltag seitdem verändert hat oder wie die Zeit nach dem Anschlag erlebt wurde.
Weitere Fragen richteten sich auf gesellschaftliche Entwicklungen und persönliche Perspektiven. Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich unter anderem dafür, ob sich seit Hanau etwas in Deutschland verändert hat, wie es möglich ist, so ruhig über dieses Thema zu sprechen, und welche Botschaft jungen Menschen im Umgang mit Rassismus und Gewalt mitgegeben werden kann. Auch persönliche Erinnerungen, etwa an seinen Bruder, wurden einfühlsam angesprochen.
Ein besonderer Moment des gemeinsamen Gedenkens folgte am darauffolgenden Freitag: Die 9. Klassen ließen auf dem Schulhof Luftballons steigen, ein sichtbares Zeichen der Erinnerung an die Opfer von Hanau. Diese stille und zugleich bewegende Aktion bot Raum für gemeinsames Innehalten. Ein Video davon seht ihr hier:
Wir danken Etris Hashemi herzlich für seine Offenheit, seine Zeit und die wichtige Botschaft, die er unseren Schülerinnen und Schülern mitgegeben hat und erinnern gemeinsam an:
Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.